Mein diesjähriger Aufenthalt im Togo – von Ende September  bis Ende Oktober – galt wieder dem Aufbau des Archivs der Marianisten der Region Togo. Mein jüngster Besuch war von drei besonderen Akzenten begleitet.

 

Zum einen konnte ich den Schuljahresbeginn und dessen Vorbereitung miterleben. Im Vorfeld der Eröffnung fand für das Lehrpersonal ein religiöser Besinnungstag, sowie eine pädagogische Tagung statt. Zudem wurde für alle neueingetretenen Schüler und Schülerinnen ein Einführungsmeeting durchgeführt. Eine Woche nach Schulbeginn war auch schon ein Elternnachmittag angesetzt, der grosses Interesse erweckte. Das wäre vor Jahrzehnten unvorstellbar gewesen, weil damals ein grosser Teil der Eltern kaum eigene Schulerfahrungen hatte.
Bei diesen Vorbereitungen und Eröffnungstagungen konnte ich unsere Mitbrüder im Schul-sekretariat unterstützen, insbesondere beim Geldzählen. Es werden ja Millionenbeträge fein säuberlich gezählt, gebündelt und verbucht. 1 CHFr entspricht  mit 550.- Fr CFA  der Landeswährung. Der grösste Geldschein lautet auf 10‘000.- Fr CFA, was nicht ganz 20.- CHFr entspricht. Bei über 800 Schülern und einem Schulgeld von 80‘000.-Fr CFA (Wofür sind diese 80‘000 ?) ergibt das eine schöne Gesamtsumme. Die 100 Schüler des Schülerheims zahlen für das ganze Schuljahr 280‘000 Fr CFA  für Unterkunft und Mahlzeiten. Da staunt man nicht nur über die Bündel von Geldscheinen, die zur Bank gebracht werden, sondern auch über den günstigen Mahlzeitendienst. Im Heim kann ein Schüler für umgerechnet 2,50 CHFr drei Mahlzeiten im Tag beziehen.

Ein zweiter Umstand brauchte viel Leben und Lachen in den Aufenthalt. Aus der Schweiz, genauer aus Schlieren bei Zürich, kam mir eine junge Studentin, Clinsy, nachgereist, die kurz zuvor ihr Medizinstudium an der Uni Zürich abgeschlossen hatte. Während ihres Aufenthaltes in Togo erfuhr sie, dass sie dieses Studium nicht nur mit Erfolg, sondern mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Verständlicherweise kann eine frischgebackene Ärztin im Togo nicht „unbeschäftigt“ bleiben. Da die Marianistenschwestern in Togo zwei Kranken-stationen betreuen, konnte sie sich bei ihnen mit den afrikanischen Gegebenheiten auseinandersetzen. Die junge Ärztin beeindruckte aber  auch unsere Mitbrüder und schestern durch ihre Kommunikationsbereitschaft, ihren Frohsinn und ihr unbestechliches Auge; und dies trotz nicht immer grossen französischen  Sprachkenntnissen. Hie und da war eine kleine „Geburtshilfe“ zum Verständnis des Gesagten meinerseits angebracht. Beeindruckend war für die Marianistenfamilie in Togo auch, dass meine Begleiterin aus der Schweiz – jedoch indischer Abstammung – so selbstverständlich am Gebets- und Haushalt-sleben Küchendienst!) der Ordensgemeinschaften teilnahm.

 

Ein dritter Akzent hingegen war für unseren Aufenthalt weniger erfreulich. Politisch brodelte es während der 4 Wochen im Togo ständig. Regierungspartei und Opposition stritten immer wieder mittels Unterstützungs- oder Protestmärschen auf den Strassen und in den grösseren Zentren des Landes. Für Touristen und Besucher ist das jedoch keine Bedrohung, denn es sind ja Auseinandersetzungen  zwischen verschiedenen zwei Parteigruppen. Allerdings tut man gut daran, solche Protestumzüge zu umfahren oder die Begegnung mit ihnen zu vermeiden. Aber vier Tage vor unserer Abreise, auf der Fahrt von Kara nach Lomé blieben wir in Sokodé in den Strassensperren der Opposition hängen. Genauer gesagt blieben wir von morgens 7 Uhr bis abends 17 Uhr im Auto auf der Hauptstrasse blockiert. So wurden wir Augenzeuge vom Katz-und Mausspiel der Ordnungskräfte und jugendlicher Oppositionsgruppen. Zum Glück hatte der Himmel mit uns Erbarmen: Ausgerechnet an diesem Tag schlug der Wind um. So vermischte sich der trockene Wüstenwind aus dem Norden mit dem feuchten Südwind. Schon bald breitete sich über uns eine Art Dunstschleier aus, der die afrikanische Sonne merklich dämpfte. Zum Glück hatte uns am frühen Morgen ein guter  Geist Brot und Wasser mitgegeben. Abends fanden wir schliesslich Unterschlupf bei den Schwestern der Hl. Katharina von Alexandrien. Diese unerschrockene Heilige beschützte unsere Nachtruhe. Am nächsten Morgen um 10 Uhr bekamen wir Hinweise, dass die Strassen geräumt waren. So fuhren wir unbehelligt durch eine völlig menschenleere Geisterstadt. Nur Ordnungskräfte waren zu sehen. Wir vermuteten, dass die ganze Bevölkerung (150‘000 und mehr) „Stubenarrest“ (Ausgangssperre) erhalten hatte mit Ausnahme der durchreisenden Fahrzeugen. Nach einem Mittagessen bei den Mitbrüdern in Sotouboua konnten wir den  Weg nach Lomé unbehelligt fortsetzen. Müde und erleichtert trafen wir dort am Abend ein. Der einzige, der „Trost“ brauchte, war unser Fahrer, Pater Ignace, dem Regionalobern unserer Marianisten in Togo. Er hatte den Flug nach Brazzaville im Kongo verpasst zu einer Versammlung der Verantwortlichen der afrikanischen Marianistenregionen nach Brazzaville reisen sollen.Clinsy und ich hingegen konnten in Ruhe unseren Rückflug in die Schweiz abwarten: Wir hatten noch zwei volle Tage als Reisereserve eingeplant. Jetzt bleibt uns nur Die Hoffnung dass sich in Togo die Regierungspartei und die Opposition auf einen Weg aus der Krise einigen können.

HuSch

Triple écho d’un voyage au Togo

 

Triple écho d’un voyage au Togo 2
Heureux!

 

 

Triple écho d’un voyage au Togo 3

 

Triple écho d’un voyage au Togo 1
Clinsy à Sotouboua