Wir Schweizer Marianisten bitten, im Gebet unseres lieben Mitbruders Josef Erpen zu gedenken, der im Alter von 95 Jahren und nach 77 Jahren Ordensleben an Heiligabend, 24. Dezember im Spital von Martigny gestorben ist.

 

Liebe Angehörige von Josef, liebe Mitbrüder, liebe Trauergemeinde

Zu den vielen wertvollen Eigenschaften unseres Mitbruders Josef Erpen zählte ganz besonders die Dankbarkeit, und so möchte ich mit einem dreifachen Dank auf sein reich erfülltes Leben zurückblicken.

 

Ein erster Dank gebührt Gott

Den Schutz Gottes erfuhren Josef und sechs seiner Mitbrüder unter anderem zu Beginn des 2. Weltkriegs. Als 17-Jähriger hatte Josef 1939 das Noviziat, das Einführungsjahr ins Ordensleben als Marianist, in Belgien begonnen. Unmittelbar vor dem Einmarsch deutscher Truppen mussten sich die Novizen nach Frankreich absetzen, wo sie das Noviziat abschliessen konnten. Nach einer gefahrvollen Reise gelangten sie im Herbst 1940 wohlbehalten zurück in die Schweiz.

Gott hat Josef viele Eigenschaften geschenkt, die ihn zu einem charismatischen Lehrer werden liessen, tüchtig und beliebt bei den Schülerinnen und Schülern, den Eltern und im Kollegenkreis. Dass er gut Ski fahren konnte war ein weiteres Plus. Seine ruhige und umgängliche Art, kombiniert mit Überzeugungskraft und gewürzt durch seinen feinen trockenen Humor kamen ihm und den Menschen, mit denen er in Kontakt war, sehr zustatten.

95 Lebensjahre hat Gott Josef gewährt, bis auf die letzten Monate mit recht guter Gesundheit.  So konnte Josef bis ins hohe Alter Ausflüge unternehmen und sich regelmässig zuerst mit Jahrgängern und Kollegen aus dem Lehrerseminar treffen und später mit ehemaligen Schülern. Er durfte sich an der Natur erfreuen und regen Anteil am Tagesgeschehen nehmen – wobei er auch beim Zeitungslesen nie eine Brille brauchte.

 

Ein zweiter Dank richtet sich an die Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen, Bekannten und Mitbrüder

Josef war seinen Angehörigen sehr verbunden, aber auch seinem Heimatdorf Mörel, seinen Bekannten, Kolleginnen und Kollegen. Er nahm sehr gerne an Familientreffen aller Art teil und das Fest zu seinem 95. Geburtstag in Zürich im März dieses Jahres war für ihn ein Freudentag.

So danke ich allen herzlich für ihre Begegnungen und Kontakte mit Josef, und ich weiss, dass ich das auch in seinem Namen sage.

Danken möchte ich auch den Mitbrüdern, die Josef speziell ab August dieses Jahres recht intensiv betreut haben. Dadurch konnte Josef unter anderem noch manchen goldenen Herbsttag geniessen und es gab kaum einen Tag, an dem er ab Mitte November im Spital von Martinach nicht Besuch hatte.

 

Ein dritter und endgültiger Dank gilt Josef

Er war unermüdlich im Einsatz: Fast ein Jahrzehnt als Primarlehrer in Brig, nach der Sekundarlehrerausbildung 2 Jahre in Altdorf und danach über drei Jahrzehnte an der katholischen Schule Sumatra in Zürich. Während mehrerer Jahre war er Rektor dieser Schule und Direktor der Zürcher Ordensgemeinschaft.  Ab 1987, eigentlich frisch in Pension, diente er neun Jahre lang als Vizeprovinzial der Schweizer Marianisten.

Wo auch immer Josef war und was er tat: Er war ein Mann des Ausgleichs und setzte sich ein für ein gutes Lebens- und Arbeitsklima. Immer hatte er ein offenes Ohr für Anliegen und stets fand er Zeit für die anderen.

Die tiefe Dankbarkeit Josefs zeigte sich wenige Tage vor seinem Tod, als er lange und recht fest die Hand des Mitbruders drückte, der ihm seit längerem besonders zur Seite stand, und ihm wiederholt Danke sagte.

 

Nun möchten auch wir Josef ganz herzlich danken für alles, was er für uns tat und war und wir erbitten für ihn die Herrlichkeit des Himmels.

RG