Im Namen von Ihnen allen möchte ich ein paar Worte zu Pater André Fétis sagen. Ich spreche nicht über den neuen Generaloberen, den wir gerade gewählt haben, sondern über den ausgezeichneten Generalassistenten für den religiösen Bereich, den wir in den letzten zwölf Jahren hatten.

Im Jahr 2006 war ich Sekretär in der Koordinationsgruppe, als P. André zum Assistenten gewählt wurde. Als ich ihn in Abidjan anrief, um seine Zustimmung zu erbitten, da er kein Kapitulant war, glaubte er zuerst an eine Farce, da seine ersten Worte lauteten: Hör auf mit den Witzen, Max“. Aber als klar wurde, dass es keine Farce war, machte er sich bereit, und innerhalb von zwei, drei Tagen und ohne Übergang verliess er seinen Dienst als Rektor des größten marianischen Heiligtums in Afrika und reiste ins Generalkapitel nach Rom, wo er die Arbeit mit dem Rest der Kapitulanten in größter Natürlichkeit beendete. Und seitdem hatten wir viele Gelegenheiten, ihn als religiösen und spirituellen Führer zu schätzen, der er für jeden von uns persönlich, für unsere verschiedenen Einheiten, unsere Gemeinschaften und unsere Werke war.

Pater André Fétis ist ein sehr bescheidener Mensch, der nicht im Vordergrund stehen mag. Aber ich hoffe, dass er dieses kleine Ansprache akzeptieren wird, in der ich einige Dinge erwähne, die für ihn charakteristisch sind, nicht um ihn zu rühmen und ihm unbehaglich zu machen, sondern um Gott dafür zu danken, dass er ihn uns als Helfer gegeben hat.

  • Pater André Fétis ist ein guter Kenner unserer Geschichte, unserer marianistischen Tradition und des marianistischen Charismas; und als Assistent im religiösen Bereich hat er immer ein großes Interesse an einer gründlichen Kenntnis dieser Realitäten und  an ihrer Weitergabe gezeigt, sei es bei Besuchen oder im Umgang mit Menschen.
  • In Sambia haben wir eine Schule, deren Motto „Deeds not Words“ lautet – also „Taten statt Worte“. Und wie wir alle wissen, spricht unser Mitbruder André Fétis sehr wenig; aber er ist außergewöhnlich aufnahmefähig; er nimmt alles wahr und passt sich mit grosser Leichtigkeit einer Vielzahl von Situationen an (wie z.B. das Feiern der Messe auf Koreanisch oder Japanisch!). Er beeinflusst durch seinen Einsatz und seine Präsenz gegenüber den Menschen, durch seine Einfachheit und die Tiefe des Denkens, durch seine Verfügbarkeit und seine Hilfsbereitschaft.
  • Und vor allem ist er immer sehr vorsichtig, niemanden zu verletzen. Und, um nicht zu lange zu werden, übergehe ich sein tiefes Gebetsleben, seinen Unterricht und seine stets sehr gehaltvollen Predigten.
  • Trotz all dieser Qualitäten, die sich in ihm vereinen, ist er der bescheidenste Mann, mit dem man leben und arbeiten möchte.
  • Wir sind ihm sehr dankbar für seine zwölfjährige Tätigkeit als Assistent im religiösen Bereich. Er arbeitet gerne im Außendienst und im Umgang mit Menschen. Die administrative Arbeit zu akzeptieren, die diese Interaktion nicht immer zulässt, war sicherlich ein großes Opfer für ihn. Wir danken ihm für die Annahme dieses Opfers, dessen große Nutznießer wir sind.

 

Die Kapitulanten des gegenwärtigen Kapitels, die ihn gerade auf den Sitz unseres „Guten Vaters“ erhoben haben, irren sich nicht. Und so werden wir ihn in den kommenden Monaten und Jahren wieder sehen, um von seiner Fürsorge und seiner geistigen Vaterschaft zu profitieren. Nochmals vielen Dank, Bruder André Fétis.

20. Juli 2018