Den Neunzigsten zu feiern ist eine runde Sache,

zu diesem Anlass ich gern ein Gedicht hier mache.

Rund ist der Geburtstag, den wir heute begehen,

das Geburtstagskind wir hier vorne sehen.

Ein Samstag war’s, als er das Licht der Welt hat erblickt,

den Sinn seines Lebens hat er schon bald „erlickt“!

Schon als Kind wollte er Priester werden,

den Segen Gottes ausspenden hier auf Erden.

Bei den Marianisten fand er seine Heimat dann,

weil er dort seine Liebe zu Jesus perfekt leben kann.

Doch nicht für sich wollte er seinen Glauben bewahren,

zu den Schülern tragen, die er unterrichtete in Scharen.

Lange Jahre er sein Wissen weitergab und teilte,

als er in Sitten und im St. Ursula als „Sputnik“ weilte.

 

Für die Familie, den Orden und die Schulen er stets war,

ein Plus, ein ganz ganz ganz ganz Grosses sogar.

Wo er auftauchte, in seiner ruhigen und besonnenen Art,

wusste sich jeder geborgen und gut aufbewahrt.

Mit seinem Humor und seinem feinen Wesen,

gab er Weisheit weiter, die in keinem Buch ist zu lesen.

Ein offenes Ohr er immer hatte für Gross und Klein,

war Hirte und Freund, ohne zu suchen des Rampeslichtes Schein.

Was er besass an Glaubenskraft und Freude in seinem Herzen,

trug er zu tausenden von Kranken in ihren Schmerzen.

Besuchte er sie im Spital und setzte sich an ihr Bett,

seine Worte waren heilsam und nicht einfach nur nett.

Doch nicht nur mit dem Mund sondern auch mit seinen Händen,

darum er nicht nur daherkam in schönen Messgewänden,

nein, auch in Arbeiterhose und Übergewand,

hantierte, schraubte, verkabelte, bastelte seine flinke Hand.

Wie gesagt,

er war immer ein Plus für jene, die mit ihm leben durften,

blieb stets bescheiden, trotz seinem vielen „für andere Schuften“.

 

Doch eines war in seinem Leben immer ganz zentral,

Seelsorger zu sein, nicht nur am Wochenende manches Mal.

Priester zu sein, bereitete ihm das grösste Vergnügen,

mit Predigten, mit denen er die Leute nie tat rügen –

nein mit sanften Worten und auch mit klarer Stimme,

tat er alles, damit das Feuer des Glaubens ja nicht verglimme.

In einfachen Worten er sprach von Gottes Liebe und Segen,

etwas, das er tief im Herzen spürte, auf all seinen Wegen.

 

 

Wenn ich Leute frage:

„Wer hat denn dich getauft und in die Kirche aufgenommen?“

Hab ich eigentlich stets fast dieselbe Antwort dann vernommen:

„Pater Otto war’s, der mir das Geschenk der Taufe hat gemacht,

und er hat dabei wie der himmlische Vater in Freude gelacht.“

Auch wenn ich frage:

„Wer hat gespendet den Ehesegen?“,

sind die Paare keineswegs je einmal verlegen.

„Pater Otto war’s, der uns mit Gott hat auf den Weg geschickt,

und weil er uns begleitet dabei, ist die Ehe dann auch gelückt.“

Und wenn ich frage:

„Wer hat denn die Messen am Berg alle gelesen?“,

dann ist es eben auch der liebe Pater Otto stets gewesen.

Der Seelsorger vom Berg wird er darum auch heute noch genannt,

aus der Erinnerung und den Herzen der Leute ihn nichts verbannt.

Immer fand er Zeit einen Gottesdienst zu organisieren,

zuoberst auf dem Berg, zuhinterst im Tal, das tat ihn nicht genieren.

Wo er das Kreuz zum Segen machen konnte,

da eilte er hin, selbst wenn das Wetter auch nicht wollte –

er war zur Stelle, war nie zu faul und nie zu müde,

erfahren zu lassen durch sein Gebet unseres Gottes Güte.

Der  Spender der Sakramente und der Hirte am Berg,

das war eine Aufgabe, die er erfüllte, nicht als Zwerg.

Nein als Riese des Glaubens wird er immer in Erinnerung bleiben,

als Schenker des Segens, in Freude und in Leiden.

 

Was unser Geburtstagskind in all den Tagen und Jahren,

hat für andere gemacht, wir dankbar im Herzen bewahren.

Jedes Wort des Dankes ist einfach zu gering,

weil er machte unendlich viele gute Ding!

Um was wir heute an seinem Fest Gott bitten,

dass Jesus sieht, was Otto auch für unser Seelenheil gelitten,

dass Gott ihn umschliesst von allen Seiten,

mit Kraft und Gnade, die ihn wird begleiten,

auch noch in den kommenden Jahren, die auf ihn warten,

dass er sich freut an der Post und den vielen Karten,

an den Telefonanrufen und Besuchen, die ihm gratulieren,

dass er den Mut und die Freude niemals tut verlieren.

Wie er uns immer in sein Herz und Gebet hat eingeschlossen,

so soll Gott ihn nun umgeben, mit Segen, der ist ausgegossen –

über unser Geburtstagskind,

dem die Pfarrei Naters von Herzen Dank heut bringt.

Lieber Otto – von Herzen wünschen wir dir ein unvergessliches Fest,

und danken, dass wir sein dürfen heut deine Gäst.

 

o++o lebe hoch und Gott vergelte ihm alles mit seinem Segen,

Wir lieben Dich! Das wollen wir dir ans Herz noch legen.

o++o danke und herzliche Gratulation,

Freude und Segen sei stets dein Lohn.

o++o lebe hoch und Gott sei gepriesen,

dass er uns hat diese Gnade erwiesen.

Pater Otto zu kennen und ihn zu ehren,

das ist etwas, das uns niemand wird verwehren.

Drum stimmen wir an das Geburtstagslied,

damit es unserer Dankbarkeit Ausdruck nun auch gibt.

„Happy birthday …“.

 

(Gedicht vorgetragen
bei der Messe in der Hauskapelle St. Maria, 16.01.2016)

Pfarrer Jean-Pierre Brunner / Naters-Mund

90 Jahre Pater Otto Jossen